Hormonelle Verhütungsmittel wirken durch die Freisetzung synthetischer Hormone, die den natürlichen Eisprung verhindern und zusätzlich die Gebärmutterschleimhaut sowie den Zervixschleim verändern. Diese Methoden bieten bei korrekter Anwendung einen sehr hohen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften.
Die Antibabypille ist in zwei Hauptvarianten erhältlich: Kombinationspräparate mit Östrogen und Gestagen sowie die östrogenfreie Minipille. In österreichischen Apotheken sind bewährte Marken wie Valette, Yasmin, Belara und Maxim verfügbar, die individuell auf die Bedürfnisse der Anwenderin abgestimmt werden können.
Der Verhütungsring (NuvaRing) wird monatlich eingesetzt und bietet kontinuierlichen Schutz. Verhütungspflaster werden wöchentlich gewechselt und geben Hormone über die Haut ab. Für Langzeitverhütung stehen die Dreimonatsspritze sowie das Hormonimplantat zur Verfügung, das bis zu drei Jahre wirksam bleibt.
Barriere-Verhütungsmethoden verhindern mechanisch das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter und bieten gleichzeitig Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen. Diese Methoden sind hormonfrei und für viele Frauen eine gut verträgliche Alternative.
Kondome für Männer sind in verschiedenen Materialien wie Latex, Polyurethan oder Polyisopren sowie unterschiedlichen Größen erhältlich. Das Femidom (Kondom für Frauen) bietet der Frau die Kontrolle über den Verhütungsschutz und kann bereits Stunden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt werden.
Spermizide Gele und Cremes können als unterstützende Maßnahme zu anderen Barrieremethoden verwendet werden und erhöhen deren Wirksamkeit.
Intrauterinpessare bieten eine hocheffektive Langzeitverhütung für drei bis zehn Jahre. Die Kupferspirale wirkt durch Kupferionen, die Spermien abtöten und die Einnistung verhindern. Hormonspiralen wie Mirena (fünf Jahre), Kyleena (fünf Jahre) und Jaydess (drei Jahre) geben kontinuierlich Gestagene ab und reduzieren oft die Menstruationsblutung.
Das Einsetzen und Entfernen erfolgt ausschließlich durch Gynäkologen. In Österreich übernehmen Krankenkassen teilweise die Kosten. Besonders geeignet für Frauen mit abgeschlossener Familienplanung oder längeren Verhütungspausen.
Natürliche Familienplanung basiert auf der Beobachtung körpereigener Fruchtbarkeitszeichen. Die Temperaturmethode nutzt den Anstieg der Basaltemperatur nach dem Eisprung. Bei der Zervixschleimmethode wird die Konsistenz des Gebärmutterhalsschleims beobachtet, der um den Eisprung glasig und spinnbar wird.
Diese Methoden erfordern Disziplin und Zyklusregelmäßigkeit. Der Pearl-Index liegt je nach Methode zwischen 0,4 und 20, weshalb eine gründliche Beratung empfehlenswert ist.
In österreichischen Apotheken sind zwei wirksame Notfallverhütungsmittel ohne Rezept erhältlich: ellaOne (Ulipristalacetat) und PiDaNa (Levonorgestrel). Diese Präparate können eine ungewollte Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Verhütungspannen verhindern.
Die Wirksamkeit hängt entscheidend vom Anwendungszeitfenster ab:
Als Alternative steht die Kupferspirale zur Verfügung, die bis zu 5 Tage nach ungeschütztem Verkehr eingesetzt werden kann. Mögliche Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Kopfschmerzen und Zyklusstörungen. Eine fachkundige Beratung in der Apotheke ist essentiell für die richtige Anwendung.
Die Vasektomie beim Mann erfolgt ambulant durch Durchtrennung der Samenleiter und gilt als sicherste Verhütungsmethode. Bei der Frau wird die Tubenligatur durch Verschluss oder Durchtrennung der Eileiter durchgeführt. Beide Eingriffe gelten als dauerhaft, wobei eine Rückoperation möglich, aber nicht garantiert erfolgreich ist.
In Österreich gelten folgende Voraussetzungen:
Die Kosten werden normalerweise nicht von der Krankenkasse übernommen. Die früher verwendete Essure-Methode ist seit 2018 vom Markt genommen. Eine ausführliche Beratung ist vor jedem Eingriff unerlässlich.